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Insides über den renommierten Hirnforscher Gerald Hüther

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„Jedes Kind ist hoch begabt“ lautet einer der Titel von Gerald Hüthers vielen Bestsellern. Menschen strömen zu tausenden in die Vorträge, denn er zählt immerhin zu den bekanntesten Hirnforschern Deutschlands. Wie es scheint, hat er sein Leben voller Enthusiasmus der Aufgabe gewidmet die Gehirne der Kinder vor dem katastrophalen Schulsystem in Deutschland zu retten und den jungen Menschen zur Entfaltung ihres wahren Potentials zu verhelfen. Klare Sache, dass Eltern Angst haben, dass auch ihr Kind unter diesen Bedingungen in der Schule leiden muss. Umso begieriger sind sie auf seine alternativen Fakten. Doch wenn man sich den Hintergrund der Person Gerald Hüther etwas genauer anschaut, dann tun sich zwangsläufig ernsthafte Fragen auf. Stichwort: Der Hauptmann von Köpenick.

Hintergründe zur Person Gerald Hüther

Professor Dr. Gerald Hüther bringt ein Werk nach dem anderen auf den Markt und nennt sich selbst Hirnforscher. In seinen Vorträgen präsentiert er häufig unkonventionelle Ideen und begründet sie mit neuesten Erkenntnissen aus der Neurobiologie. Allerdings haben sich die Reporter der „Zeit“ die Mühe gemacht und seine Vita etwas genauer durchleuchtet. Folgende interessanten Erkenntnisse haben sich daraus ergeben:

Fest steht, die Universität Göttingen ist in neurobiologischer Hinsicht eine sehr renommierte Institution in Deutschland. Es gibt dort einen Fachbereich zur Exzellenzforschung und ähnliche, wo sich zahlreiche, anerkannte Wissenschaftler damit beschäftigen, wie das Gehirn der Menschen funktioniert und wie man dessen Fähigkeiten besser zur Entfaltung bringt. Tatsache ist jedoch, an keinem dieser Bereiche ist Gerald Hüther irgendwie beteiligt. Er ist bzw. war dort an der Fakultät für Psychiatrie und Psychotherapie angestellt – quasi als wissenschaftliche Aushilfskraft, mit einer sogenannten außerplanmäßigen Professur. Einen solchen Titel erhalten Angestellte, die bereits habilitert sind, die aber keine reguläre Stelle als Hochschullehrer erhalten, sondern gelegentlich eine Vorlesung halten dürfen und anderweitig unterstützen.

Die erste Erkenntnis daraus ist:

Hüther arbeitet weder in dem Fachgebiet, über die er seine Bücher schreibt, noch hat er Erfahrung in der empirischen Forschung zu diesem Thema.

Bei seinen Vorträgen lässt er sich üblicherweise er als Leiter der „Zentralstelle für neurobiologische Präventionsforschung“ betiteln. Was fast schon nach der Leitung einer richtigen Akademie klingt, ist eine Eigenkreation von Hüther selbst. An der Universität gibt es eine solche Abteilung nicht. Er hat sich dieses Projekt lediglich selbst ausgedacht und nimmt anscheinend bewusst in Kauf, dass es bei Außenstehenden zu einer Verwechslung mit seinem akademischen Titel kommt. Zwischen beiden besteht jedoch keinerlei Zusammenhang.

Nichtsdestotrotz veröffentlicht er regelmäßig Zeitungsartikel und Bücher über seine Theorien. Seine Kollegen können über diese häufig nur die Stirn runzeln. Allerdings genießen die wissenschaftlichen Mitarbeiter hinsichtlich ihrer Veröffentlichungen volle Freiheit. Schreiben kann in unserer Gesellschaft bekanntlich jeder Mensch was er will, so lange dadurch keine Gesetze verletzt werden. Es ist Sache der Leser und Fans zu entscheiden, ob sie die Inhalte mögen oder nicht. Anerkennung aus akademischen Kreisen enießen seine Bücher jedenfalls keine.

Fazit zur Arbeit von Gerlad Hüther

In der Wissenschaft und in der Literatur ist es nicht unüblich, Forschungsergebnisse anderer Bereiche zusammenzuführen und daraus Schlüsse zu ziehen. Allerdings hat sich Deutschlands bekanntester Hirnforscher nicht durch seine akademischen Kompetenz einen besonderen Namen gemacht, sondern mit der Fähigkeit emotionale Reaktionen bei seinen Lesern und Zuhörern auszulösen.

Vermutlich ist es eine Mischung aus typisch Deutscher Titelgläubigkeit und schlechter Recherche seitens der Presse. Professor und Doktor klingt auch heute noch nach Autorität. Vermutlich hat irgendwann eine Zeitung seine Arbeit aufgegriffen und seitdem wird er ungeprüft von einer Sendung zur nächsten als Experte weitergereicht. Denn wer schon so viel in der Öffentlichkeit gestanden und so viel veröffentlicht hat, der „muss“ ja schließlich ein Fachmann sein in dem, was er macht.

Mit seinen Büchern ist daher Vorsicht geboten. Ein Mann, der unsere Schulen als Bildungsverhinderungsanstalten bezeichnet, der entwertet die tägliche Arbeit tausender hart arbeitender Pädagogen und echter Bildungsforscher. Seine Thesen und Theorien sind in den meisten Fällen weder wissenschaftlich hinterlegt, noch in irgendeiner Form empirisch begründet.

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